Statement Bildungszeit in Baden-Württemberg

Statement Bildungszeit in Baden-Württemberg

Bildung ist in einer Gesellschaft, die sich immer stärker ausdifferenziert und spezialisiert, beschleunigt und pluralisiert, ein ganz entscheidender Schlüssel für gesellschaftliche Beteiligung. Sie ermöglicht Menschen, sich in einer kulturell, religiös und wertemäßig pluralen Gesellschaft zu orientieren und zu verhalten.

Wir stehen in Baden-Württemberg in einem Transformationsprozess von der Erwerbs- hin zur Tätigkeitsgesellschaft. Dieser Transformationsprozess will begleitet sein. Deshalb braucht es dringend eine gesetzliche Bildungsfreistellung von 5 Tagen pro Jahr, durch die ein lebenslanges Lernen ermöglicht wird. Teamfähigkeit, Sozialkompetenz und ein vernetztes Denken sind entscheidende Qualifikationen für den sich wandelnden Arbeitsethos in einer globalisierten Welt.
Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung – KAB – und die Katholische Betriebsseelsorge begrüßen deshalb ausdrücklich die Initiative der Landesregierung, die Bildungsfreistellung für Arbeitnehmer/-innen in Baden-Württemberg einzuführen. Damit wird eine Forderung der KAB, die bereits 1962 zum ersten Mal erhoben wurde, endlich aufgegriffen und umgesetzt.

Bildungszeit auf dem Prüfstand

KAB diskutiert Vorstellungen für eine Bildungszeit in Baden-Württemberg

Die Vertreter der Gruppen der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung - KAB - im Diözesanvorstand diskutierten bei ihrem letzten Treffen die Einführung des Gesetzes für 5 Tage Bildungszeit in Baden-Württemberg.
KAB-Diözesanvorsitzender Ernst Bodenmüller machten dabei deutlich, dass die Bildungszeit für die Qualifizierung des Ehrenamts das bürgerschaftliche Engagement in seiner ganzen Breite stärken muss, um das Ehrenamtsland Baden-Württemberg voran zu bringen. Eine Herausnahme der allgemeinen Bildung aus dem sachlichen Anwendungsbereich des Bildungszeitgesetzes wurde einhellig abgelehnt, da dies einem ganzheitlichen Bildungsverständnis widerspreche.

KAB-Diözesanvorsitzende Christa Wolpert machte sich dafür stark, dass ehrenamtliche Sozialberater in Zukunft ebenso qualifiziert werden müssen wie auch Familien. Deshalb müssen die 5 Tage Bildungszeit auch Familienbildung ermöglichen. Peter Niedergesäss, KAB-Diözesansekretär, sprach sich gegen Wirtschaftsminister Nils Schmids Vorhaben aus, Kleinbetriebe grundsätzlich aus dem Geltungsbereich des Gesetzes auszunehmen. Gerade in Kleinbetrieben gebe es einen Nachholbedarf bei der Weiterbildung, insbesondere bei der beruflichen Fortbildung. Über sog. Überforderungsklauseln nach dem Vorbild anderer Bundesländer müsse man im Detail sprechen. Dies gelte auch für die Anrechnung anderer Möglichkeiten der Freistellung.

Die KAB begrüßt das geplante Gesetz zur Bildungszeit, denn damit wird die Forderung der KAB aus dem Jahr 1963 auch in Baden-Württemberg endlich Wirklichkeit. Die KAB engagiert sich neben der kirchlichen Erwachsenenbildung, Betriebsseelsorge, Umweltverbänden, den DGB-Gewerkschaften und weiteren gesellschaftlichen Organisationen im Bündnis „Bildungszeit für Baden-Württemberg“.