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Statt TTIP, CETA&CO: fairer, gerechter Handel-Tagesseminare

Statt TTIP, CETA&CO: fairer, gerechter und demokratischer Handel -Tagesseminare

KAB-Tagesseminare

Es ist Zeit, Visionen für eine neue Wirtschafts- und Handelspolitik zu entwickeln und die bisherige Handelspolitik der EU neu auszurichten. Es braucht Grundsätze für eine Handelspolitik zu entwickeln, die soziale und die Umwelt betreffende Schutzmaßnahmen, Arbeitnehmer- und Menschenrechte in den Mittelpunkt stellt.

Bei unseren Seminaren wollen wir darüber nachdenken, wie könnte ein fairer, gerechter und demokratisch kontrollierter Handel aussehen? Was wäre dabei speziell für Sie von besonderer Bedeutung? Mit Ihnen zusammen entwickeln und diskutieren wir eine grundlegende Neuausrichtung der bisherigen Wirtschafts- und Handelspolitik.

Wie Fairer Handel gelingen kann?

KAB diskutiert Alternativen zum Freihandel bei 9 Bezirksseminaren

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart fanden im Bezirksseminare in Aalen, Asperg, Esslingen, Heidenheim, Heilbronn, Göppingen, Ingelfingen, Kirchentellinsfurt, Ravensburg, Munderkingen, und Tuttlingen statt.

Wie Peter Niedergesäss in Ravensburg, referierten Ernst Bodenmüller, Erzsébet-Noémi Noje-Knollmann, Ákos Csernai-Weimer, Christian Gojowczyk, Paul Schobel und Christa Wolpert über die Geschichte des Freihandels und das Entstehen von Freihandelsabkommen, die oft nur den starken Industriestaaten nützen. „Multinationale Großkonzerne arbeiten nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung, darum muss die Politik Regelungen vorgeben für die Durchsetzung von Mindeststandards für die Entwicklung der afrikanischen Staaten und beim Arbeits- und Umweltschutz“.

Niedergesäss berichtete von seinen Besuchserfahrungen in Uganda, welche Auswirkungen Freihandelverträge dort haben. Subventionierte Hähnchenteile aus Europa sind in Uganda nach einem Freihandelsvertrag billiger als die einheimischen Hühner zu haben. Ein Beispiel wie Entwicklungsländer und Kleinbauern durch diese Verträge unter Druck gesetzt werden.

Für die KAB schließt fairer Handel Steuertricksereien und die Spekulation mit Lebensmitteln aus, Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisationen sind einzuhalten, die EU muss ihre „Klimaschulden“ in den Ländern des Globalen Südens begleichen und Menschenrechte sind zu gewährleiten.

Referenten und Referentinnen von Genossenschaften für fair gehandelte Produkte berichteten wie jeder Einzelne durch sein Kaufverhalten faire Projekte unterstützen kann. Sie schilderte die Entstehung von Genossenschaften und der Eine-Welt-Läden und stellten Produkte wie Kaffee und getrocknete Mangos vor, die unter gerechten Bedingungen hergestellt wurden. Vor allem erhalten die Produzenten ein faires Einkommen. Die Genossenschaften handeln mit den Produzenten faire Handelsverträge aus und beliefern die Eine-Welt-Läden. Sie stellten dar, dass beim fairen Handel noch viel Luft nach oben sei und fordern einen Paradigmenwechsel der Wirtschaft hin zu einer Gemeinwohlökonomie ein.

Für die KAB war der Anlass für die Seminare die Auseinandersetzung um TTIP und CETA. Die KAB wird sich in der Zukunft stärker für faire Handelsbeziehungen einsetzen, „Das sind wir unseren Partner aus der KAB in Uganda schuldig“, so Ernst Bodenmüller beim Bezirksseminar in Munderkingen.

Nach lebhaften Diskussionen wurden die Tage mit einem Gottesdienst abgeschlossen.

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Powerpoint- fairer-gerechter- demokratischer Handel

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KAB-Diashow CETA&TTIP Demo in Stuttgart

Rede von KAB Diözesansekretär Peter Niedergesäss

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Ein bunter Demonstrationszug schlängelte sich am Samstag, 17. September durch Stuttgart.

Ein bunter Demonstrationszug schlängelte sich am Samstag durch Stuttgart. ‎40 000 Menschen demonstrierten gut gelaunt und friedlich gegen die Freihandelsabkommen CETA, TTIP und TISA. Nach der Auftaktkundgebung am Mittag startete der Demonstrationszug vom Hauptbahnhof über Rotebühlplatz und Charlottenplatz zurück zum Arnulf-Klett-Platz vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Der Zug wurde begleitet von einem vielfältigen Kulturprogramm - Straßentheater, Bands, Trommler sowie Künstlerinnen und Künstlern. Die letzten Demonstrierenden gingen los, als die Spitze des Zuges bereits den Charlottenplatz erreicht hatte.

„Die weit über unseren Erwartungen liegende, hohe Teilnehmerzahl zeigt deutlich, wie stark die Ablehnung der Freihandelsabkommen ist“, resümierten Peter Niedergesäss von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), als Vertreter der Organisatoren.

. „Die Demo ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen sind in Stuttgart heute gemeinsam auf die Straße gegangen“, freut sich Bernadette Schwarz, Vorsitzenden im Bezirk Bodensee.

KAB-Diözesansekretär Niedergesäss betonte bei seiner Rede vor den Demonstranten: „Mit den geplanten Freihandelsabkommen werden demokratisch errungene soziale Standards auf dem Altar des Handels geopfert. Die KAB kämpft für Handelsverträge, die ethischen Grundsätzen Stand halten, die den Schwächsten und Armen eine Chance für ein gutes Leben ermöglichen, statt weiterhin die Gesellschaft zu spalten.“

Für die evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg und für die Erzdiözese Freiburg und die Diözese Rottenburg-Stuttgart der katholischen Kirche sagte Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden: „Es geht uns nicht in erster Linie um ein Nein. Unsere Vision geht weiter: Wir wollen Globalisierung gerechter gestalten! ‎Wir treten für einen Handel ein, der fair, nachhaltig und partnerschaftlich ist. Wir fordern als Kirchen und Entwicklungshilfeorganisationen, dass sich gerade das wirtschaftliche Handeln an Gerechtigkeit und Nächstenliebe orientiert. Alles andere ist nicht enkeltauglich!“

Bundesweit haben 320.000 Menschen an sieben Demonstrationen teilgenommen. In Stuttgart hatte ein breites gesellschaftliches Bündnis Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg zum Protest aufgerufen. Die Organisatoren der Stuttgarter Demo fordern den sofortigen Stopp der Verhandlungen zu TTIP und die Aussetzung der Ratifizierung von CETA.

Das Bündnis in Baden-Württemberg umfasst Umweltschutzverbände, Gewerkschaften, Wohlfahrts- und Sozialverbände wie die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, kultur-, demokratie-, entwicklungspolitische und globalisierungskritische Organisationen, Initiativen für Verbraucherschutz und nachhaltige Landwirtschaft sowie die katholischen und evangelischen Kirchen.

Fotos von der Demo in Stuttgart

Video von den Demos am 17. September

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