Verbände feiern 100 Tage Mindestlohn

    Mit einem großen Bürgerfest auf dem Stuttgarter Schlossplatz feiern Gewerkschaften und Verbände 100 Tage Mindestlohn. Unter den Jubel mischt sich aber auch Kritik.

    Ein breites Bündnis hatte zu dem Mindestlohnfest auf dem Stuttgarter Schlossplatz geladen. Der Stichtag 100 Tage Mindestlohn am 10. April ist für das Bündnis ein Grund zum Feiern. Neben dem Deutschen Gewerkschaftsbund sind unter anderem auch der Landesfrauenrat, der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg, die katholische Betriebsseelsorge, KAB-Rottenburg Stuttgart und der Sozialverband VdK Baden-Württemberg an dem Bündnis beteiligt.

    Trotz des Mindestlohnfestes auf dem Stuttgarter Schlossplatz haben Gewerkschaften und Sozialverbände weiter Forderungen und machen auf Ungerechtigkeiten beim Mindestlohn aufmerksam. Auf dem Mindestlohnfest in Stuttgart wurden deswegen Speisen und Getränke für Jugendliche, Langzeitarbeitslose und Zeitungszusteller günstiger angeboten. So soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Mindestlohn für diese Personengruppen nicht gilt.

    Ver.di-Landesbezirksleiterin Leni Breymaier hat Kritik an zu viel Bürokratie durch den Mindestlohn als Stimmungsmache der Arbeitgeber zurückgewiesen. Das sei so durchschaubar wie interessengeleitet, erklärte sie auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Denn gegen den Mindestlohn könnten sie Arbeitgeber ja öffentlich nicht sein, da die breite Mehrheit der Bevölkerung ihn befürworte.

    KAB-Diözesansekretär Peter Niedergesäss machte deutlich, dass die Dokumentation für anständige Unternehmen kein Problem ist. Die Dokumentation der täglichen Arbeitszeit ist eh gesetzlich vorgeschrieben. Irmtraud Hagel von KAB Diözesanleitung ergänzt: Wer jetzt darüber klagt, offenbart nur dass er es bisher mit den Arbeitszeiten nicht so eng gesehen hat und damit auch mit der Bezahlung betonte es am Stand der KAB.