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Aufbau der KAB in Uganda

Vorgeschichte:

Seit vielen Jahren leistet W. Reiter - begleitet vom Internationalen Team der KAB Diözese Rottenburg Stuttgart - freiwillige Aufbauarbeit in Uganda/Ostafrika. Da die Diözese Masaka schon seit Jahren ausgezeichnete Beziehungen zur Kath. Arbeitnehmerbewegung KAB in Heilbronn hat bot es sich an, eine Partnerstruktur in Uganda aufzubauen.

Schon 1995 konnten 5 Gruppen des Cath. Workers Movement (CWM) in der Diözese gegründet werden mit insgesamt etwa 100 zahlenden Mitgliedern. Da alle 5 Gruppen auch 1996 noch aktiv, ja sogar erheblich gewachsen waren, wurde beschlossen auf diesem Gebiet weiterzumachen. In 3 weiteren Arbeitseinsätzen (zus. 9 Monate) konnte der Unterzeichnete mithelfen, einen Diözesanverband der KAB in der Diözese Masaka/Uganda (MACAWOMO) mit jetzt 46 Gruppen und über 2.230 Mitgliedern zu gründen.

1998 entstand die CWM auch in der Erzdiözese Kampala mit 13 Gruppen und 550 Mitgliedern, auch dort wurde inzwischen ein Diözesanvorstand gewählt. In den Gruppen arbeiten Männer und Frauen vertrauensvoll zusammen, auch die Führungsteams bestehen jeweils aus 2 Frauen und 2 Männern.

Im April 99 wurde die CWM in der Diözese Mityana mit 13 Gruppen und über 350 Mitgliedern gegründet; 19 Gruppen entstanden noch in der Diözese Jinja mit über 500 Mitgl.
In rascher Folge kamen weitere Diözesen hinzu:
Hoima 16 Gruppen, Gulu, 10 Gruppen, Arua 15 Gruppen, die Gründung der KAB in den Diözesen Kasese und Fort Portal steht unmittelbar bevor. Zusammen kommen nochmals ca. 800 Mitglieder hinzu.

Am 3./4. Dez. 99 wurde die CWM unter dem Namen Uganda Cath. Workers Movement (UCAWOMO) in Kampala gegründet; sie umfasst insgesamt also über 130 Gruppen mit ca. 4.800 Mitgliedern und ist damit die größte Bewegung in ganz Afrika geworden.

Die Einführung der CWM in weiteren Diözesen wird folgen, seit 2002 ist die Nationalversammlung der CWM Uganda korrespondierendes Mitglied in der WBCA. In der Diözese Masaka bestellte Bischof A. Ddungu Fr. D. Kamuntu zum Diözesanpräses; J. Lugaaju wurde auf der 2.Diözesanversammlung im Nov. 1998 zum Vorsitzenden wiedergewählt; später etablierte sich auch ein Frauenrat (Women’s Desk), der die Interessen der etwa 1.000 weiblichen Mitglieder wahrnimmt.

Ab 1997 wurde mit finanzieller Unterstützung unseres LV und des Bezirks Unterer Neckar sowie des Diöz. Verbandes der KAB Regensburg und des Weltnotwerks mit James Sserunjogi ein hauptamtlicher Sekretär für die Verbandsarbeit angestellt. Die Finanzierung reicht zunächst bis zum Ende des Jahres 2005. Für die Erzdiözese Kampala und die Diözese Mityana wurde eine Finanzierung mit Hilfe des DV Regensburg und des Weltnotwerks ausgearbeitet, seit Sep. 99 ist auch dort ein hauptamtlicher Sekretär für beide Diözesen eingestellt worden.

Die Finanzen der CWM Masaka werden ab 1999 vom LV Rottenburg Stuttgart alleine sichergestellt; dabei wurden auch Einkommen schaffende Projekte (z.B. Ochsenzucht) installiert, welche die CWM bis in einigen Jahren finanziell unabhängig machen sollen. Seit 2001 erhält auch MACAWOMO Zuschüsse vom Weltnotwerk. Kampala und Mityana werden seit 1999 finanziell vom KAB-DV Regensburg versorgt. Mit Hilfe des Weltnotwerks konnte 2003 in der Erzdiözese Hoima das 3. Diözesansekretariat zuständig für die Diözesen Hoima, Kasese und Fort Portal eröffnet werden.

Aufgaben und Ziele der CWM:

Ähnlich zur Arbeit in Deutschland werden auch in Uganda im wesentlichen folgende Ziele angestrebt:
· Stärkung und Weiterentwicklung der christlichen Familien im Glauben, im Wissen und im wirtschaftlichen Bereich unter bes. Berücksichtigung der Frauen

· Zusammenarbeit mit allen Gruppen in der Gemeinde, Übernahme von Verantwortung für Projekte und Maßnahmen der Erwachsenenbildung

· Aus- und Weiterbildung der Mitglieder in allen Fragen des Lebens mit den Schwerpunkten:
- Christliche Familienplanung 
- Gruppen- und Projektleiterschulung 
- Gesundheitsvorsorge vor Ort (Primary Health Care) 
- Moderne Methoden in der Landwirtschaft 
- Alphabetisierungskurse für Erwachsene 
- Politische Bildung - Menschenrechte

· Bemühungen, die Rechte der einfachen Leute auf allen politischen Ebenen durchzusetzen

· Durchführung eigener Tierprojekte (Gruppeneigentum) zum Aufbau örtlicher Notfallkassen für Kleinkredite (Krankenhausbehandlungen, Schulgeld etc.)

Das "Cath. Workers Movement (CWM)" widmet sich 1998 vor allem der Erwachsenenbildung und führt als Schwerpunkt Seminare und Workshops in jeder Gemeinde durch. Auf Diözesanebene wurde ein Notfallfonds eingerichtet, welcher Mitgliedern z.B. bei Krankenhausaufenthalten mit Kleinkrediten weiterhilft. Auch ein sog. „Revolving Fund“ zur Vergabe von Kleinkrediten für den Aufbau von Kleinstgewerbe konnte installiert werden; die Kredite werden überaus stark nachgefragt (z.Zt. über 200 Anträge). Im Bereich der politischen Arbeit konnten 2002 über 70 KandidatInnen vom Dorfbürgermeister bis zu Kreisverordneten und Regionalparlamenten gewählt werden, auch im nationalen Parlament ist die CWM mit 6 Abgeordneten vertreten.

Aufbau und Struktur der Gruppen auf Ortsebene:
Jeder über 18 Jahre kann Mitglied werden, also auch Bauern, Arbeitslose, Hausfrauen etc. In den meisten Gruppen wird ein Monatsbeitrag vom 1.000 Ush (= 0,60 €) erhoben. Die erste Mitgliederversammlung wählt eine/n Vorsitzende/n, dessen Stellvertreter, einen Schriftführer und einen Schatzmeister. Auf die Gleichberechtigung wird geachtet, ist z.B. der Vorsitzende ein Mann, wird eine Frau sein Stellvertreter. Der Bischof ernennt den jeweiligen Ortspfarrer zum CWM-Chaplain. Jede Gruppe ist mit 1 Vertreter im Diözesanauschuß vertreten. Bis heute wurden in der Diözese Masaka 46 Gruppen mit über 2.230 Mitgliedern gegründet. Jede Gruppe soll eine Partnergruppe in Deutschland bekommen, welche zur Beginn der Partnerschaft jeweils ca. 1.000 € für ein Tierprojekt zur Verfügung stellt. Aus den Erlösen werden dann die örtlichen Nothilfefonds gebildet. Viele Gruppen konnten eine KAB-Partnergruppe in Deutschland finden, welche jeweils ein Tierprojekt in den CWM-Gruppen unterstützen. Aus den Erlösen wird eine Notfallkasse auf Pfarrebene vor allem für Krankheitsfälle eingerichtet.

Weitere Partnergruppen werden noch dringend für folgende Gruppen gesucht:
 - CWM Bethlehem 4o Mitgl. - Gemeinde mit etwa 15.000 Kath. In 20 Aussenorten 

 - CWM Bumangi - 50 Mitgl. - Gemeinde mit etwa 20.000 Kath. auf 18 Inseln

 - CWM Busaggula - 57 Mitgl. – Gemeinde mit etwa 14.000 Kath.

In 14 Aussenorten 
 - CWM Buwenda - 30 Mitgl. – Aussengem. mit etwa 8.000 Kath. in 5 Aussenorten

 - CWM Kyamaganda-Women – 66 Mitgl. -

 - CWM Lwaggulwe 45 Mitgl. - Gemeinde mit etwa 23.000 Kath. in 11 Aussenorten

 - CWM Narozali – 35Mitgl. - Gemeinde mit etwa 20.000 Kath. in 20 Aussenorten

 - CWM Ssaza - 70 Mitgl. - Gemeinde mit etwa 18.000 Kath. in 16 Aussenorten

 - CWM Villa Maria Jugend – 35 Mitgl.

Aufbau und Struktur der CWM auf Diözesanebene:

In einer 1. Diözesanversammlung, wurde ein Vorstand mit den gleichen Mitgliedern wie auf Gemeindeebene gewählt. Der Diözesanverband (DV) ist seit 2002 Vollmitglied der Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmer mit Sitz in Brüssel der Region ESA (East-Southern-Africa) der CWM in diesem Bereich. Mehrere Delegationen nahmen bereits an internationalen Seminaren in Tansania, Kenia und Sambia teil. Außer dem fünfköpfigen Diözesanvorstand entsendet jede Gruppe je 1 Vertreter in den Diözesan-Ausschuß (D-Exco); der Women’s Desk besteht aus 5 Vertreterinnen, die Abgeordneten der Parlamente auf den verschiedenen Ebenen werden von einem Ausschuß für „public relations“ begleitet. Aufgaben und Ziele sind die gleichen wie bei den Gemeinden. Eine Satzung wurde bereits erstellt und vom Bischof anerkannt.

Erste Priorität für 2003 hatte die Bildungsarbeit, Seminare auf Diözesanebene zum Thema "economic Empowerment of the rural Christian Family", „Planung, Management und Kontrolle von Projekten“ und „ Einführung eines Buchhaltungssystems für örtliche Gruppen“ haben mit großer Beteiligung stattgefunden. Ende 2008 gab es 170 Gruppen mit 6.700 Mitglieder der CWM in Uganda.

Schlußbemerkungen:
Bis auf weiteres hält der Berichterstatter den Kontakt zum DV, zu den örtlichen Gruppen in der Diözese Masaka und stellt auch Finanzierung, Berichterstattung und Abrechnung in Afrika durch geeignete Maßnahmen sicher. Gleiches gilt für das neue Sekretariat in Hoima. Es gilt nun das Begonnene zu konsolidieren und die weitere Entwicklung sorgfältig zu beobachten. Dennoch ist es wichtig und ein Zeichen internationaler Solidarität, dieses junge Bäumchen CWM zu pflegen, schon jetzt ist Uganda bei weitem der größte KAB-Verband in ganz Afrika. Es gilt deshalb, die Gunst der Stunde zu nutzen. Besonders hilfreich hat sich die Einbindung der Bewegung in die jeweilige Ortskirche erwiesen, jede nur denkbare Unterstützung wird von den Bischöfen und Priestern gewährt und macht damit die Bewegung glaubwürdig.

Dieser Bericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Kritik, Anregungen und Rückfragen werden gerne entgegengenommen. Unser Dank gilt in besonderer Weise den zahllosen Freunden in den genannten afrikanischen Diözesen und auch in Deutschland. Hier ist besonders der Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart, der Diözesanverband Regensburg und das Weltnotwerk zu nennen. Sie haben die genannten Aufgaben in erheblichem Maße inhaltlich, finanziell und mit wertvollem Rat und Tat begleitet und damit erst möglich gemacht.

Kontakt:

Internationales Team

KAB-Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart
Jahnstraße 30, 70597 Stuttgart
Tel.: 0049-711-9791-128
Fax: 0049-711-9791-168
email: KAB@blh.drs.de

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