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Veranstaltungsberichte

Arbeit ist nicht alles! Aber wichtig!?

Arbeit ist nicht alles! Aber wichtig!?

Arbeitnehmertagung am 2. Dezember 2017

„Zu einem guten Leben gehört ein guter Beruf – aber nicht nur – Zeit für die Familie gehört ebenso dazu und nimmt für viele Menschen einen noch höheren Stellenwert ein. Doch Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren ist nach wie vor schwer zu bewältigen.“

Mit diesen Worten luden Kath. Betriebsseelsorge, DGB-Region Südbaden und der KDA Reutlingen am Vortag zum ersten Advent zu einem Arbeitnehmertag nach Seitingen-Oberflacht ein. Thomas Maile (Betriebsseelsorge) und Hans-Peter Menger (DGB) führten durch den Tag. Als Referentin stand ihnen Erzsébet-Noémi Noje-Knollmann zur Seite und gestaltete auch die Gruppenarbeit.

Schwerpunktmäßig drehte sich der ganze Tag um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, also vielmehr um Verbindung von Familien- und Erwerbsarbeit. Ein komplexes Feld, dass von den Anwesenden und deren Betrieben sehr unterschiedlich beäugt wird.

Einige Unternehmen bieten ihren Arbeitnehmern viele Kombinationsmöglichkeiten und binden dadurch zugleich Fach- und Führungskräfte. In anderen Unternehmen stehen betriebswirtschaftliche Ziele unangefochten an erster Stelle. Das Familienleben der Beschäftigten wird als deren Privatsache angesehen und ist in der Unternehmensplanung nicht berücksichtigt. Andere Beispiele, die im Laufe des Tages beleuchtet wurden zeigten, dass es auch Unternehmen gibt die beiden Ansprüchen gerecht werden und sich verantwortungsbewusst verhalten. Es wird nicht nur eine Vereinbarkeit ermöglicht sondern den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wird auch mehr zugetraut! Dies stärkt das Selbstbewusstsein in dem ohnehin schwierigen Spagat zwischen Sorge- und Erwerbsarbeit. Konsens unter den Teilnehmenden des Arbeitnehmertages war, dass auch die Kindererziehung, Haushaltsführung, Pflege von Angehörigen usw. eine Arbeit darstellen, die zumeist aber nicht bezahlt wird.

Durch diverse familienfreundliche Maßnahmen (Jobsharing, firmeneigene Kita, Freistellungen und Sonderurlaub, Notfallpläne, Familienbüros, etc.) können sich Frauen und Männer eine Work-Live-Balance aufbauen, erwerbstätige Mütter und Väter die Erziehungsaufgaben partnerschaftlich teilen oder auch Pflege von Angehörigen in das Erwerbsleben integriert werden.

Die Teilnehmenden des Arbeitnehmertages, erfuhren über die Ergebnisse des Väterreports des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahre 2016. Daraus wurde ersichtlich, dass 60% der Väter eine Elternzeit gut finden, praktisch nehmen allerdings nur 14 % diese Zeit in Anspruch. Gesellschaftlich ist die Elternzeit etabliert, aber in der Umsetzung wird ein offener Umgang vermisst.

Über den Väterreport hinaus wurden die Theorien des Soziologen Oliver Nachtwey analysiert und die Anwesenden mit den Inhalten einer Abstiegs-, Arbeits- und Gleichberechtigungsgesellschaft konfrontiert.

Mit welchen Forderungen können sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ einbringen? Es wurden mehrere Wünsche geäußert die nun in die Betriebsräte, Mitarbeitervertretungen und Versammlungen in den Unternehmen eingebracht werden. Beispielhaft werden einige aufgeführt. Die Liste ließe sich individuell und beliebig fortführen:

  • Die Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit erleichtern

  • Familienfreundliche Arbeitszeiten

  • Pflege Angehöriger soll zeitlich und finanziell stärkere Berücksichtigung erhalten

  • Besondere Situation von Familien bei Zwillingsgeburten in den Blick nehmen


  • Alleinerziehende fördern

  • Würdigung von und Zeitkontingente für Ehrenamt

Die Teilnehmenden bleiben an dem Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Zutrauen zu beidem“ dran und gehen gestärkt in die ihre Unternehmen zurück.

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