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„‘Leben in Fülle‘ bedeutet lebendige Beziehungen und mehr Gerechtigkeit in der Wirtschaft “

22.01.2018

„‘Leben in Fülle‘ bedeutet lebendige Beziehungen und mehr Gerechtigkeit in der Wirtschaft “

Katholische Verbände tagen zu zukunftsweisenden Formen des gesellschaftlichen Lebens und Wirtschaftens in Stuttgart-Hohenheim.

Die Mitglieder und Gäste der Arbeitsgemeinschaft katholischer Organisationen und Verbände Diözese Rottenburg-Stuttgart (ako) befassten sich im Rahmen ihrer Jahrestagung am 19./20. Januar 2018 unter der Überschrift „Leben in Fülle“ mit einer breiten Palette von Lebensweisen, Ideen und Projekten, die „erfülltes Leben“ für Viele ermöglichen sollen: die Stadt Stuttgart hat im städtischen Eigenbetrieb leben&wohnen die Gemeinwohlökonomie eingeführt, die Seniorengenossenschaft Riedlingen organisiert Hilfe für Ältere und nutzt dabei gleichzeitig ihr Potential, in der Lebens-, Wohn- und Arbeitsgemeinschaft Schloss Tempelhof versuchen 120 Menschen eine ökologisch nachhaltige, sozial gerechte und sinnerfüllte menschliche Daseinsform zu leben.

Michael Buck, Vorsitzender der ako, fasste zusammen, was auch anhand vieler weiterer Beispiele deutlich wurde: „Für ‚Leben in Fülle‘ brauchen wir soziale Wertschätzung, Solidarität und Gemeinsinn. ‚Leben in Fülle‘ bedeutet lebendige Beziehungen.“

Schwerpunkt am Samstagvormittag war der Bereich Wirtschaft: Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Christian Kreiß (Hochschule für Wirtschaft und Technik Aalen) betonte, wie richtig Papst Franziskus mit seiner Enzyklika Laudato Sí die gegenwärtige Situation der Finanzmärkte und der dort vorherrschenden Prinzipien beschreibe. Das derzeit herrschende egoistische System sei „nicht vom Himmel gefallen, sondern von Menschen erdacht, gelehrt und gemacht“. Dementsprechend sei es veränderbar – und eine Veränderung zu einem verantwortlichen Umgang mit Menschen und Ressourcen sei dringend notwendig.

Der Unternehmer, Theologe und Bundesvorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel wies darauf hin, dass in jedem Menschen beides vorhanden sei: „Verletzlichkeit und Schöpferkraft“. Sinnvolles Wirtschaften suche deshalb eine „Balance“ zwischen den beiden Seiten: „Sein dürfen - so wie jeder ist! Mitwirken sollen - so weit jeder kann!“ Entscheidend sei „das aufrichtige Interesse am Anderen“, das sich ausdrücke in der „Förderung von Zugehörigkeit und Anerkennung, von Unterscheidung und Einzigartigkeit.“

Ako-Vorsitzender Michael Buck stellte fest, dass sich die katholische Verbände schon in vielen Bereichen für ein „Leben in Fülle“ einsetzen: für ein „gutes Zusammenleben in der Familie und in der Gesellschaft. Für die Förderung eines guten Lebens für Menschen mit Unterstützungsbedarf und für die Bewahrung der Schöpfung“. Für Peter Niedergesäss von der ako und KAB führt das Engagement der Verbände für faire Handelsverträge, eine europäische Transaktionsteuer und einem solidarische Alterssicherung die Kleinrentner absichert zu einem guten Leben.

Verantwortlich: Sarah Kubin-Scharnowski, Geschäftsführerin

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