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Aktion freier Sonntag

Fachtagung zum Sonntagsschutz – Vertreter/-innen aus Verwaltung, Kirchen, Gewerkschaften und Handel diskutieren den freien Sonntag

Stuttgart, 18. Juni 2018

Fachtagung zum Sonntagsschutz – Vertreter/-innen aus Verwaltung, Kirchen, Gewerkschaften und Handel diskutieren den freien Sonntag

Rund 60 Vertreter/-innen der öffentlichen Verwaltung, von Kirchen, Gewerkschaft und aus dem Handel trafen sich gestern in Stuttgart zu einer Fachtagung zum Thema Sonntagsschutz und Sonntagsöffnungen im Einzelhandel. Etwa ein Drittel stellten Personen aus der öffentlichen Verwaltung des Landes Baden-Württemberg – reichend von der Ebene des Ministeriums bis zu Behörden der unteren Verwaltung. Eingeladen hatte die baden-württembergische "Allianz für den freien Sonntag".

In seinem Eingangsreferat stellte der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht Dr. h. c. Wilhelm Schluckebier die verfassungsrechtliche Bedeutung des Sonntagsschutzes dar und nahm dabei insbesondere auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 1.12.2009 zum Berliner Ladenöffnungsgesetz Bezug, an der er selbst beteiligt war. Demnach weist das Grundgesetz dem freien Sonntag eine besondere Bedeutung zu; Ausnahmen sind nur durch einen besonderen ("dem Sonntagsschutz gerecht werdenden") Sachgrund zulässig. Gerade Ladenöffnungen kommt hier "wegen ihrer öffentlichen Wirkung" ein besonderes Gewicht zu. Rein wirtschaftliche Umsatz- und Kaufinteressen seitens Händlern bzw. Kaufinteressenten reichen nicht zur Begründung einer Ausnahme vom Sonntagsschutz aus. Auch der allseits vorgetragene wirtschaftliche Druck auf den Einzelhandel durch den stetig zunehmenden Onlinehandel ergebe wohl nicht mehr Spielraum für gerechtfertigte Ausnahmen, so der Verfassungsexperte und ehemalige Richter.

 

In den anschließenden Diskussionsrunden wurde deutlich, dass seitens der Verwaltung und Rechtsaufsicht noch mehr getan werden muss, um im Einzelfall den Anforderungen der Rechtsprechung zur Sonntagsöffnung nachzukommen. "Die Kommunen müssen besser prüfen, bevor sie Sonntagsöffnungen genehmigen", so Bernhard Franke von ver.di Baden-Württemberg.
"Für mehr Rechtssicherheit könnte der Landesgesetzgeber sorgen, indem verkaufsoffene Sonntage nur noch im Wege einer Satzung der Kommunen zugelassen werden, was den Rechtsaufsichtsbehörden eine bessere Kontrolle ermöglichen würde. Hilfreich wäre auch, wenn das Wirtschaftsministerium in gewissen Abständen einen Bericht über alle im Land durchgeführten Sonntagsöffnungen veröffentlichen würde", so Dr. Astrid Deusch (ANP Freiburg).
Allseits wurde die fortschreitende Digitalisierung als große Herausforderung benannt. Dr. Ralf Stroh von der Bundesallianz für den freien Sonntag betonte: "Sonntagsöffnungen sind ein untaugliches Mittel, um den anstehenden Veränderungen unserer Innenstädte und des Einzelhandels zu begegnen. Nötig sind intelligente Konzepte, um die Innenstädte für Besucher wieder interessant zu machen."

In einem Schlusswort formulierte Peter Niedergesäss (KAB Stuttgart) den Anspruch der Allianz für den freien Sonntag, den freien Sonntag als kulturelle Errungenschaft und hohes Rechtsgut weiterhin nach Kräften in der Öffentlichkeit zum Thema zu machen.

In der "Allianz für den freien Sonntag" in Baden-Württemberg haben sich gewerkschaftliche und kirchliche Organisationen zu einem Bündnis für sozialverträgliche Arbeitszeiten zusammenge­schlossen. Sie ist Teil der auf Bundesebene ins Leben gerufenen "Allianz für den freien Sonntag".

Dazu gehören:

• Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) Erzdiözese Freiburg und Diözese Rottenburg-Stuttgart • Arbeitnehmerpastoral Erzdiözese Freiburg • Betriebsseelsorge Diözese Rottenburg-Stuttgart • Kolping Landesverband Baden-Württemberg • Evangelische Arbeitnehmerschaft (EAN) der Evangelischen Landeskirche in Baden • Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Evangelischen Landeskirche in Baden • Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg • Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) • Deutscher Gewerkschaftsbund

(DGB)

Über 60.000 Unterschriften für die Sonntagsruhe

München, 18.12.2017.  Die Münchner Allianz für den freien Sonntag hat für ihre Petition „Der Sonntag muss frei bleiben!“ Unterschriften von 62.356 Bürgerinnen und Bürgern eingesammelt – 51.113 mit klassischen Unterschriftenlisten, 11.243 auf dem Petitionsportal.  Die Petition und den Riesenberg Unterschriftenlisten sendet das kirchlich-gewerkschaftliche Bündnis nun als „Weihnachtsgeschenk“ an die Konzernzentralen von Karstadt und Galeria Kaufhof. Die beiden Warenhäuser hatten im Sommer unter dem irreführenden Motto „Selbstbestimmter Sonntag“ eine Kampagne für die völlige Abschaffung der Sonntagsruhe im Handel gestartet.

Link zu KAB-Deutschland

Fachtagung zum Sonntagsschutz

Stuttgart, den 9. März 2017

Fachtagung zum Sonntagsschutz – Kommunen und Rechtsaufsicht werden zur Einhaltung der gesetzlichen Regeln aufgefordert

Rund 60 Vertreter von Kirchen, Gewerkschaft (ver.di) sowie Arbeitgebern trafen sich gestern in Stuttgart zu einer Fachtagung zum Thema Sonntagsöffnungen im Einzelhandel. Eingeladen hatte – wie schon im Vorjahr – die baden-württembergische „Allianz für den freien Sonntag“...........

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Videos zur Sonntagsallianz-Pressekonferenz

"Stress um Ruhetag: Allianz für freien Sonntag bläst in Stuttgart zum Angriff"
 - Regio TV Stuttgart

Allianz für den freien Sonntag fordert Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften für Verkaufsöffnungen an Sonn- und Feiertagen

Presserklärung zum herunterladen

Presseerklärung

Stuttgart, 11. Oktober 2016. In einer öffentlichen Pressekonferenz in Stuttgart setzte sich heute die Allianz für den freien Sonntag (Bündnis kirchlicher und gewerkschaftlicher Organisationen, s. unten) für die Einhaltung der geltenden rechtlichen Vorschriften zur Genehmigung von Verkaufsöffnungen an Sonn- und Feiertagen ein. Betont wurde die besondere gesellschaftliche Bedeutung des freien Sonntags, die sich aus der christlichen und verfassungsrechtlichen Werteordnung ergibt. „Sonntag und gesetzliche Feiertage genießen in Deutschland besonderen Schutz durch unsere Verfassung – das ist europaweit einzigartig“, so Thomas Löffler (KDA Baden).

Nach Beobachtungen der Allianz nimmt die Zahl der Sonntagsöffnungen in den Kommunen landesweit deutlich zu, hingegen werden die rechtlichen Voraussetzungen von den Verantwortlichen häufig nicht eingehalten. Den kommerziellen Interessen des örtlichen Einzelhandels werde immer wieder Vorrang vor dem Schutz des Sonntags/Feiertags eingeräumt.

Das Bundesverwaltungsgericht hat erst im November 2015 die rechtlichen Voraussetzungen für die Genehmigung von Verkaufsöffnungen an Sonn- und Feiertagen konkretisiert und verschärft. „Die Anforderungen die das Bundesverwaltungsgericht formuliert hat, lassen zukünftig viele Sonn- und Feiertagsöffnungen in der Form, wie sie in der Vergangenheit durchgeführt wurden, nicht mehr zu; sie werden als rechtswidrig beurteilt werden.“, so Dr. Astrid Deusch, Rechts- und Bildungsreferentin  bei der Arbeitnehmer-seelsorge im Erzbistum Freiburg.

Um die Kommunen über die neuere Rechtsprechung zu informieren, versandte die Allianz nun ein Schreiben an alle Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg (rund 1100 Adressaten), in dem die geltende Rechtslage dargestellt und erläutert wird. Die Kommunen werden aufgefordert, ihre Praxis bei der Genehmigung von Sonntagsverkäufen zu überprüfen und die bestehenden rechtlichen Anforderungen einzuhalten. Erforderlichenfalls sei die Allianz durchaus bereit, den „verfassungsrechtlich vorgegebenen Schutz der Sonn- und Feiertage im Bedarfsfall auch gerichtlich durchzusetzen“.

Um die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften zu verbessern, schlägt die Allianz vor, dass die Kommunen ihre Genehmigungen zu Sonn- und Feiertagsverkäufen nur noch in Form einer „Satzung“ erteilen dürfen. Diese müsste zwingend den Rechtsaufsichtsbehörden zur Überprüfung angezeigt werden.

Die Allianz bekräftigte nochmals ihre Forderung gegenüber der Landesregierung von Baden-Württemberg, das Ladenöffnungsgesetz einer Evaluation zu unterziehen, die die Auswirkungen der ausgedehnten Ladenöffnungszeiten in größerem Umfang untersucht. „Die neue Landesregierung ist bereits seit sechs Monaten im Amt. Wir erwarten, dass die uns schon länger zugesagte Evaluation bald beginnt“, so Peter Niedergesäss (KAB Stuttgart).

Eine Vorschrift des Ladenöffnungsgesetzes sollte nach Ansicht der Allianz wegen erheblicher verfassungsrechtlicher Bedenken auf jeden Fall gestrichen werden: Die Regelung zu separaten Sonntags- und Feiertagsöffnungen in städtischen Bezirken (§ 8 Abs. 2). Sie führt dazu, dass in einzelnen Städten z. T. über 30 Sonntagsverkäufe pro Jahr genehmigt werden – praktisch wird der Sonntagsschutz ausgehebelt, betonte KAB-Diözesansekretär Niedergesäss bei der Pressekonferenz.

In der „Allianz für den freien Sonntag in Baden-Württemberg“ haben sich gewerkschaftliche und kirchliche Organisationen zu einem Bündnis für sozialverträgliche Arbeitszeiten zusammengeschlossen. Sie ist Teil der auf Bundesebene ins Leben gerufenen Allianz für den freien Sonntag.

Dazu gehören: Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) Erzdiözese Freiburg und Diözese Rottenburg-Stuttgart; Arbeitnehmerpastoral Erzdiözese Freiburg; Betriebsseelsorge Diözese Rottenburg-Stuttgart; Kolping Landesverband Baden-Württemberg; Evangelische Arbeitnehmerschaft (EAN) der Evangelischen Landeskirche in Baden; Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Evangelischen Landeskirche in Baden; Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg; Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di); Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB).

Peter Niedergesäss 
KAB-Diözesansekretär

KAB Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart 
Jahnstraße 30, 70597 Stuttgart 
Postfach 70 03 36, 70573 Stuttgart 
Telefon 0711 - 9791-128
Handy 0049 160 95058435
Homepage www.kab.drs.de

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