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Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart

Einblicke

Humor im Pflegealltag

Rückblick: Trotz oder gerade wegen Pandemie und Kämpfen um bessere Pflegepolitik, trafen sich 16 Pfleger:innen zum „etwas anderen Workshop“, um aufzutanken.

Humor im Pflegealltag, Workshop am 9.11.2021 in Aalen

 

Heidi kommt als Überraschungsgast :“Ich habe mich nicht angemeldet. Ich bin Springerin bei uns an der Sozialstation, deshalb habe ich gewartet bis heute früh 6.00 Uhr, ob ein Anruf kommt. Das war nicht der Fall und so freue ich mich, heute spontan dabei sein zu können.“

Mit diesen Zeilen beginnen wir die Kurzbeschreibung des Workshops „Humor im Pflegealltag“. Zum einen weil damit der Alltag in der Pflege schon prägnant aufscheint. Personalmangel und flexible Dienstplangestaltung sind an der Tagesordnung. Dazu die vierte Welle der Pandemie. Vera sagt bei der Eingangsrunde: “Es ist nicht mehr auszuhalten, wie sehr Kolleg*innen menschlich dicht machen, um irgendwie durchzukommen. Die Erschöpfung aus dem letzten lockdown sitzt noch in den Knochen.“  Heidis spontane Entscheidung bringt uns mitten ins Thema Humor, das ist der andere Grund, unsere Reflexion zum Workshop mit ihren Zeilen zu beginnen. Humor hat immer mit dem Augenblick, mit dem „jetzt“ zu tun, in allem was grade ist. Mit innerer Beweglichkeit und mit einer Entscheidung, wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken. „Ich bin dabei, weil ich jetzt mal was ganz anderes brauche“ sagt Katharina. 16 Menschen begeben sich einen Tag lang miteinander auf Spurensuche: was lässt uns von Herzen lachen? Was passiert, wenn wir uns von Freude anstecken lassen?

Leise, behutsam, fließend

Schon als die Teilnehmer*innen durch die Tür kommen, ist Ludger bei jeder Einzelnen. Und begrüßt sie mit Namen und einer Bemerkung zu dem was er beobachtet. „Du schließt gern dein Fahrrad megasicher ab, auch hier im Hof der Kirchengemeinde?“ Erstes Schmunzeln. Jede Einzelne ist gesehen und kann ankommen. Ein Gespür dafür, dass hier 16 ganz unterschiedliche Menschen zusammen kommen, ist geweckt. Im Plauderton erzählend, was er so als Klinikclown macht, welchen Menschen er begegnet, flechtet Ludger eine Vorstellungsrunde ein. Mal zwei , mal drei nacheinander antworten auf die Frage :“Und Du, warum bist du hier? Was hat dich hergeführt?“. Dazwischen immer Erzählungen von Erlebnissen mit Momentaufnahmen, Fotos.

 

Humor ist eine Tätigkeit

Der Tag ist geprägt vom miteinander Tun. Übungen, sich einlassen, wahrnehmen, hören, sich bewegen. Humor hat immer mit Kontakt aufnehmen zu tun. Wie reagieren wir aufeinander? Was nehmen wir dabei wahr? Humor legt Spielfreude frei, ganz im Moment sein. Erinnert wird an die Kraft des „Inneren Kindes“.  Das spannende an jedem Workshop sei, ob es gelingt, diese Stimmung sich ausbreiten zu lassen, sagt der Referent. Zum Staunen bringt die Erläuterung, Resilienz( verkürzt: besondere Kraft der Psyche, Belastungen auszuhalten) sei nicht lernbar. Das zeigen aktuelle Forschungsergebnisse. Es gehe vielmehr darum, freizulegen, was an innerer Kraft da sei.

Das geschieht im Prozess . Als Heike am Ende des Tages bemerkt: „Ich bin platt“, ist klar, dass wir bei aller empfundenen Leichtigkeit den ganzen Tag aktiv am Tun waren.

 

Vom Sinn für das Mögliche

Sich frei machen von Gefühlen, die wir da sein lassen, ändern können wir Gefühle nicht. Beweglich bleiben und immer wieder eine neue Perspektive einnehmen. Aktiv entscheiden, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Gegensätzliches ins Spiel bringen, zum Beispiel laut sagen „ich lese ein Buch“, während ich Schwimmbewegungen mache. Diese Übung machte lachen und brach Gewohntes auf. Humor ist eine Haltung, die der aktuell erlebten Wirklichkeit nie das letzte Wort lässt.

 

Weitergehen

Was nehme ich aus dem workshop mit?

„Heiterkeit entsteht durch Leichtigkeit und die entsteht durch einen positiven Blickwinkel auf alles.“

„Keine Angst haben vor Albernheit, sie wird öfter dankbar angenommen, als man gedacht hat.“

„Man merkt sich eher wie etwas gesagt wurde, als was gesagt wurde.“

„Ich konnte meine jungen Kolleginnen schon anstecken mit Impulsen aus dem workshop.“

Der Workshop ist auf Interesse gestoßen . Es gab Nachfragen vom Pflegestützpunkt im Landratsamt und vom Ostalbklinikum. Beide wollen im nächsten Jahr die Idee aufgreifen und weiterführen.

 

 

 

 

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