42. Oberschwäbische Friedenswochen
Veranstaltungsprogramm
Couragiert widerständig
Das Motto der 42. Oberschwäbischen Friedenswochen ruft zu einem Verhalten auf, das angesichts sich vermehrt zuspitzender Krisensituationen und Kriegen weltweit mehr als geboten erscheint.
Die Veranstalter dieser Friedenswochen versuchen, mit dem Programm zu informieren – in dem klaren Bewusstsein, dass Frieden nicht dauerhaft militärisch geschaffen werden kann. Das Schaffen und Pflegen von Feindbildern wirken da kontraproduktiv. Es geht um gewaltfreies Verhalten und das entsprechende Engagement ganz allgemein, auch wenn es bedeutet, gegen den Strom schwimmen zu müssen. Die verschiedenen Veranstaltungen spannen den Bogen vom ganz persönlichen Verhalten zu politischen Entscheidungen und deren jeweiligen möglichen Folgen. Die unterschiedlichen Referent*innen sind zuversichtlich, dass es Alternativen zu der Auffassung gibt, nur Gewalt könne Konflikte – im Kleinen wie im Großen – lösen. Je mehr Menschen sich dessen bewusst werden und sich entsprechend engagieren, desto mehr wird Frieden möglich.
FRIEDEN TUN - Über Gerechtigkeit, Demokratie und Geschlecht
Fahrt zur Ausstellung im Frauenmuseum Hittisau im Rahmen der 42. Oberschwäbischen Friedenswochen
Die Ausstellung FRIEDEN TUN. zeigt Frieden nicht als abstrakte Idee, sondern als aktive Aufgabe im Alltag und in der Gesellschaft. Sie zeigt, wie vielfältig Friedensarbeit sein kann – von Friedenspolitik bis hin zu Versöhnung und Gerechtigkeit. Sie verbindet künstlerische Positionen mit historischen und persönlichen Perspektiven..
FRIEDEN TUN. versteht Frieden als gestaltbaren Prozess im Persönlichen wie im Politischen. Die Ausstellung lädt dazu ein, eigene Erfahrungen zu reflektieren, unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen und über Wege zu einem respektvollen Miteinander nachzudenken.
FRIEDEN TUN. ist eine Einladung zum Mitdenken, Fühlen und Handeln.
Das Frauenmuseum in Hittisau besteht seit über 25 Jahren als ein Ort für Begegnung, des Dialogs und der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung. Zur Begegnung, Austausch und Vernetzung will auch diese Fahrt einladen. Nach der Führung im Museum besteht dazu Gelegenheit bei einem Spaziergang oder in einem Bregenzerwälder Gasthaus.
TERMIN
Samstag 17. Oktober 2026 Abfahrt 9:00 Busbahnhof Ravensburg Rückkehr 17:00 Uhr
Zustieg vor Wangen möglich
KOSTEN
59,00 € (Busfahrt, Eintritt, Führung)
55,00 € Frühbucherrabatt bis 01.09.2026
ANMELDUNG
per Mail an KAB-Ravensburg@bld.drs.de mit Angabe des Einstiegs Ravensburg oder Wangen
VERANSTALTER
KAB Ravensburg in Kooperation mit der Betriebsseelsorge, keb, pax chrsti, Agenda eine Welt und DGB
Sicherheitspolitik in Zeiten globaler Krisen
Die sicherheitspolitische Lage ist ernst: Russlands Krieg gegen die Ukraine, ein brüchiger werdendes transatlantisches Bündnis und globale Machtverschiebungen fordern Europa heraus. Wie kann Europa angesichts dessen eigenständiger werden und welche Rolle spielen neben dem Militär auch eine starke Diplomatie, globale Partnerschaften und ein entschlossener Klimaschutz für unsere Sicherheit?
Agnieszka Brugger, spricht darüber, warum Europa sicherheitspolitisch eigenständiger und handlungsfähiger werden muss – und warum eine zukunftsfähige Sicherheitspolitik mehr umfasst als militärische Stärke.
Im Anschluss ist Raum für Fragen und Austausch.
Freitag, der 02.10.2026, 19:00 Uhr Haus der kath. Kirche, Wilhelmstr. 2, 88212 Ravensburg
Referentin: Agnieszka Brugger, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und langjährige Verteidigungspolitikerin
Konflikte lösen – Frieden schaffen
Soziale Kontakte mit anderen Menschen zu haben ist etwas Wunderbares. Doch wir wissen auch, dass es alltägliche Konflikte und Unstimmigkeiten gibt, die allen Beteiligten das Leben schwer machen. Wir erwarten von Partnern, dass sie uns verstehen, von den Menschen im Alltag, dass sie freundlich zu uns sind, von Freunden, dass sie nicht nur an sich denken, von den anderen Verkehrsteilnehmern, dass sie Rücksicht nehmen, von den Politikern, dass sie bessere Entscheidungen treffen…
Aber die Realität ist anders. Sie tun es oder eben nicht. Was nun? Wir werden lernen, wie wir mit unserem Widerstand gegen die Realität umgehen können. Unser Werkzeug wird „The Work von Byron Katie“ sein.
Wir können uns also weiter ärgern oder wir machen uns daran, unsere stressigen Gedanken zu überprüfen und dadurch unseren Blickwinkel zu verändern. Es ist die einzige Möglichkeit ein freieres und friedlicheres Leben zu führen, denn die anderen können wir nicht ändern!
Freitag, 23.10.2026
14:00 – 19:00 Uhr
Bischof- Moser- Haus, Allmandstr. 10, 88212 Ravensburg
Referentin: Sylvia Keppeler, Coach für The
Work of Byron Katie (vtw)
Anmeldung: www.keb-rv.de 0751 36161 30
Kursgebühr: 35,00 Euro
Finde Deinen Weg! Neuer Wehrdienst und Kriegsdienst- verweigerung in Zeiten von Krieg und Krise
Die Debatte um die aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen sowie gesetzliche Veränderungen im Bereich möglicher Wehr- und Dienstverpflichtungen führen bei vielen Menschen zu großer Unsicherheit und persönlichen Konflikten. In den Diskussionen um das am 1. Januar 2026 in Kraft getretene Wehrdienstmodernisierungsgesetz zeigt sich, dass die Möglichkeit einer Musterung und späteren Einberufung bei vielen Betroffenen vor dem Hintergrund einer wachsenden Angst vor Krieg existenzielle ethische Fragen auslöst.
Der Referent lädt dazu ein, im Spannungsfeld zwischen persönlicher Freiheit, Verantwortung für die Gesellschaft und dem eigenen Gewissen Perspektiven auszutauschen und informiert über den Aufbau eines kirchlichen Netzwerks der Gewissensbegleitung im Kontext des neuen Wehrdienstes.
Dienstag, 03.11.2026, 19:00 - 21:00 Uhr
Haus der Kath. Kirche, Wilhelmstr. 2, 88212 Ravensburg
Referent: Dr. Richard Bösch, Geschäftsführer des
pax christi Diözesanverbands Rottenburg-Stuttgart
Der Nahe Osten/Westasien brennt! Aktuelle Analyse, Hintergründe und Ursachen
Westasien erlebt wohl das größte Chaos seiner Geschichte. Mit Unterstützung von US-Präsident Trump führt Israels Regierungschef Netanjahu Krieg gegen den Iran. Israel bombardiert den Libanon und besetzt dessen Süden. Trotz vereinbarter Waffenruhe führt es seinen Krieg im Gazastreifen weiter und verhindert weitgehend jegliche humanitäre Hilfe.
Auf der Westbank gehen Terror gegen die Palästinenser/-innen und deren Vertreibung durch jüdische Siedler ungehindert weiter. Der Referent geht in seinem Vortrag der Frage nach: „Wann endlich beendet die deutsche Regierung ihre Unterstützung für Israels Angriffskriege, Völkermord, Kriegsverbrechen und illegale Besatzung und setzt sich stattdessen für eine gerechte Friedenslösung ein?“
Montag, 16.11.2026, 19:00 - 21:00 Uhr
Haus der Kath. Kirche, Wilhelmstr. 2, 88212 Ravensburg
Referent: Andreas Zumach, ehem. UN-Korrespondent
„Feind den Feindbildern“ Nachhaltig Frieden schaffen, aber wie?
Kein Kind kommt mit Feindbildern auf die Welt und kein Krieg kann ohne Feindbilder geführt werden. Propaganda und Feindbilder sind Teil der Kriegsführung. Fake-News sind strategische, digitale Waffen.
Langfristig kann es aber nur Frieden geben, wenn man Feindbilder ab- und Vertrauen aufbaut. Waffen allein und massive Aufrüstung schaffen keinen dauerhaften Frieden. Beispiel: Gegen den ehemaligen „Erzfeind“ Frankreich haben die Deutschen innerhalb von drei Generationen drei Kriege geführt (1870/1914-18/1939-45). Und heute? Aus Feinden wurden Freunde. Feindbilder können überwunden werden. Der Autor liest aus seinem Buch ‚Feind den Feindbildern‘ einige Kurzgeschichten und Gedichte. Die Texte sollen als Brücke dienen, um mit dem Publikum in ein offenes Gespräch über Feindbilder, Krieg und nachhaltigen Frieden zu kommen.
Freitag, 20.11.2026, 19:00 Uhr
Haus der Kath. Kirche, Wilhelmstr. 2, 88212 Ravensburg
Referent: Klaus Dorbath, Pädagoge und Vorsitzender des Vereins der Agenda EINE WELT Ravensburg
Gedenken an die Opfer eines Kriegsverbrechens
80 Jahre nach Kriegsende erinnern uns immer noch Spuren und Orte an die nationalsozialistischen Verbrechen. In einer Kiesgrube zwischen Waldburg und Hannober wurden im April 1945 Soldaten und Zwangsarbeiter getötet.
Die pax christi Gruppe Ravensburg und Mitglieder des VVN/BdA erinnern jedes Jahr an das Verbrechen.
Die Veranstaltung beginnt am Gedenkstein bei der Kiesgrube. Danach wird das Grab am Friedhof besucht.
Im Anschluss findet ein Gottesdienst in der Kirche mit Pfarrer Edgar Briemle und Betriebsseelsorger Philipp Groll statt.
Wer erinnert übernimmt Verantwortung für die Gegenwart. Die Erinnerung an Leid und Unrecht ruft uns auf, wachsam zu sein, wenn Menschenrechte verletzt werden.
Wegbeschreibung zum Gedenkstein: Zwischen Waldburg und Hannober liegt der Ortsteil Edensbach. Etwa zweihundert Meter nach dem Ortsende steht links am Hang der ehemaligen Kiesgrube der Gedenkstein.
Samstag, 21.11.2026
16:00 Uhr Treffen am Gedenkstein
17:00 Uhr Kirche St. Cassian, 88289 Hannober