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17.10.2018

Kundgebung gegen Altersarmut

(ACW) Den Tag der menschenwürdigen Arbeit nahm die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und das netzwerk arbeitSwelt zum Anlass um mit der Langen Tafel gegen Altersarmmut zu einem Mittagessen mitten auf dem Marktplatz in Göppingen einzuladen um auf die wachsende Altersarmut hinzuweisen und mit den Bundestagsabgeordneten darüber ins Gespräch kommen.

 

Den Tag der Menschenwürdigen Arbeit wollten netzwerk arbeitSwelt und KAB nicht einfach so verstreichen lassen. Im Rahmen der 36 Stundenaktion der KAB luden beide sozialen Einrichtungen und Bewegungen zu einem öffentlichen Mittagessen auf dem Marktplatz in Göppingen ein.

Dabei wollten die Veranstalter auf die Situation von immer mehr älteren Menschen, die von Altersarmut betroffen sind, aufmerksam machen. Eingeladen, zu dem kostenlosen Mittagessen, waren alle Interessierte, vor allem auch betroffene Menschen. „Wir wollen mit den Bundestagsabgeordneten bei einem schmackhaftem Essen über die Altersarmut ins Gespräch kommen, so Norbert Köngeter vom netzwerk arbeitSwelt“.

 

Seit über einem Jahr ist nun die neue Bundesregierung im Amt, die Altersarmut steigt aber weiter an. Eine Rentenkommission wurde von der Bundesregierung eingesetzt um die Rente zukunftssicher zu gestalten. Egal was passiert, wir, die Bürgerinnen und Bürgen, löffeln die Suppe aus, so die Veranstalter.

Als Bewegung für soziale Gerechtigkeit wollen wir die Politik mitgestalten, damit sie dem Menschen dient. Angesichts steigender Altersarmut, fordert die KAB und das netzwerk arbeitSwelt mehr Solidarität in der gesetzlichen Rentenversicherung. „Durch die Einführung einer Sockelrente und den Ausbau der gesetzlichen Rentenversicherung  zu einer Erwerbstätigenversicherung in die alle einzahlen, kann Altersarmut verhindert werden“, erklärt der KAB-Sekretär Ákos Csernai-Weimer.

2036 könnten 20% (jeder 5te) der Rentnerinnen und Rentner armutsgefährdet sein. 2016 waren es 15% auch die sind schon zu viel, meinen die Veranstalter. Gefährdet gelten die Rentnerinnen und Rentener die weniger als 958 Euro Netto haben. In Gefahr von Altersarmut betroffen zu sein sind vor allem alleinstehende Frauen vor allem Mütter, geringqualifizierte Menschen die lange Arbeitslosigkeitsphasen hinter sind haben und Menschen mit Migrationshintergrund. Bei Frauen ist das Risiko viermal höher als beim Durchschnitt.

Wer wenig arbeitet und wenig verdient hat im Alter auch wenig Rente, so lautet die einfache Formel. Wer kann sollte vorsorgen. Die Frage ist oft  - von was? Betriebsrente und private Rentenvorsorge ist wichtig sagt Bert Rürup, Rentenexperte um im Alter eine Lebensstandardsicherung zu gewährleisten. Wer das nicht kann bekommt im Alter ein Problem. Jeder 20. Rentenerin und Rentner lebt auf Sozialhilfeniveau. 5,5% der Ruheständler leben von Grundsicherung.

Aktuell liegt das Niveau der gesetzlichen Rente bei rund 48 Prozent des letzten Nettoeinkommens.

Mit der „langen Tafel gegen Altersarmut“ wollten die KAB und das netzwerk arbeitSwelt auf die zunehmende Altersarmut aufmerksam. Wir wollen sensibilisieren - anmahnen - Perspektiven diskutieren, Unterstützung und Sympathie sammeln für das "Cappuccino-Modell – dem KAB Entwurf für die Rente der Zukunft, betonte Ákos Csernai-Weimer.

Als Gesprächspartnerin war die Bundestagsabgeordnete der SPD Heike Baehrens dabei und sprach sich für eine Bürgerversicherung auch im Rentensystem aus. Das ist auch im Sinne der KAB und dem netzwerk arbeitSwelt, die mit Ihrem Cappuccino-Modell für eine Rentenversicherung plädieren in die Alle mit allen sieben Einkunftsarten einbezahlen und in die Alle aufgenommen sind, egal ob Beamte, Selbstständige, Arbeiter oder Angestellte.

Das Diakonisches Institut für Soziale Berufe gGmbH in Göppingen mit der Berufsfachschule für Altenpflege unterstützte die Lange Tafel gegen Altersarmut mit über 10 Kuchenspenden.

 

 

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