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Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart

19.05.2021

Wir lieben Tarifverträge - auch in der Altenpflege. Foto-Aktion in Degerloch

Leider ist der Versuch, für die Beschäftigten in der Altenpflege einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag durchzusetzen, vor einigen Wochen gescheitert. Wie berichtet, hat die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas einen diesbezüglichen Vorschlag aus verschiedenen Gründen abgelehnt und die Arbeitsrechtliche Kommission der Diakonie in der Folge darüber gar nicht mehr abgestimmt. Vor allem für die Beschäftigten in der privatwirtschaftlich geführten Altenpflege bedeutet das zunächst ein Verharren auf Pflegemindestlohnniveau oder wenig darüber - Tarifverträge kommen dort nämlich meistens nicht zur Anwendung. Mittlerweile gibt es Ansagen aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, per Gesetzentwurf Tariflöhne als Bedingung für Abrechnungen mit der Pflegeversicherung festzuschreiben. "Betreiber von Pflegeeinrichtungen sollen nur noch dann Geld aus der Pflegeversicherung bekommen, wenn sie ihren Beschäftigten Tariflöhne zahlen", erklärte Bundesminister Heil Anfang Mai, und will noch vor dem Sommer ein "Pflege-Tarif-Treue-Gesetz" vorlegen.

Mitarbeitende von Betriebsseelsorge und KAB machten mit einer Foto-Aktion auf die Bedeutsamkeit gut ausgestalteter Tarifverträge in der (Alten-)Pflege aufmerksam, die einerseits armutsfest und anderseits so attraktiv ausgestaltet sein müssen, dass sich wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung als (Alten-)Pfleger*in begeistern lassen. Zudem müssen die Arbeitsbedingungen so ausgehandelt sein, dass Mitarbeitende in der Pflege nicht schon nach wenigen Jahren ihren Beruf wegen der derzeit existierenden immensen beruflichen Belastungen wieder aufgeben.

Pfr. Wolfgang Herrmann

Fachbereich Kirche und Arbeitswelt - Betriebsseelsorge

Foto: Privat

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