Ravensburg – Kreuzweg der Arbeit
Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen am Kreuzweg der Arbeit in Ravensburg teil. Aktuelle Fragestellungen aus der Arbeitswelt und gesellschaftliche Auseinandersetzungen wurden an den einzelnen Stationen des Kreuzwegs in Verbindung mit dem Leidensweg von Jesus gebracht.
Der Umgang mit Lüge und Wahrheit wurde am Beispiel von Mobbing an der 1. Station „Jesus wird zum Tod verurteilt“ in Verbindung gebracht. An der 2. Station „Jesus nimmt das Kreuz auf sich“ ging es um Risiken und Chancen von Künstlicher Intelligenz (KI). Am früheren Seelhaus in Ravensburg, dann die 3. Station „Jesus fällt unter dem Kreuz“ ging es um Armut und Einsamkeit, die in den letzten Jahren auch in unserer Region zugenommen hat. Hier wurden gleichzeitig auch Anlaufstellen beschreiben, bei denen einem rasch geholfen wird.
Bei der 4. Station „Simon von Cyrene“ ging es um die Veränderungen im finanziell unter Druck stehenden Gesundheitswesen. Gerade hier arbeiten viele Menschen die wie Simon von Cyrene kranken Menschen beistehen. Bei der 5. Station „Jesus wird seiner Kleider beraubt“ im Friedenshof an der St. Jodok Kirche ging es um die sich stark verändernde Weltordnung, bei der es aktuell nur noch um die Macht des Stärkeren geht und die Prinzipien des Völkerrechts verdrängt werden.
In St. Jodok ging es um Tod und Auferstehung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten das zu Beginn des Kreuzwegs verteilte Holzkreuz ablegen. Verbunden mit ihren Gedanken über das persönliche Kreuz das sie zu tragen haben. Beim beeindruckenden spirituellen Abschluss gingen dann alle zusammen über einen roten Teppich auf das Kreuz der Auferstehung zu und machten so deutlich, dass sie auf ihrem persönlichen Lebensweg nicht allein sind. „Es gibt immer Menschen die einen mittragen, deshalb heißt für uns Auferstehung, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu bewahren“ betonte eine Sprecherin vom Kreuzweg-Team.
Im Anschluss an den Kreuzweg, gab es eine leckere Suppe in St. Jodok. Die Teilnehmer waren eingeladen zum Essen und zum persönlichen Gespräch in lockerer Runde.
Der Kreuzweg wird jedes Jahr neu konzipiert von einem Vorbereitungsteam bestehend aus Mitgliedern der Betriebsseelsorge, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und der Kirche in der Stadt.
Heilbronn – Kreuzweg unseres Lebens
Der diesjährige Kreuzweg unseres Lebens in Heilbronn stand unter dem Leitgedanken: Nicht ich – nicht heute Das Grauen überleben – Hoffnung in Kriegszeiten. Gemeinsam mit Künstlerinnen aus der Ukraine gedachten wir den Kriegserfahrungen unserer ukrainischen Mitmenschen Zugleich erinnerten wir an die Kriegsereignisse in unserer Heimatstadt Heilbronn, die am 04.12.1944 durch Luftangriffe zerstört wurde. Das Gedenken an diese Ereignisse wird an unserer ersten Station, der Heilbronner Ehrenhalle, bis heute durch zwei Modelle der Stadt, wovon je eines Heilbronn vor und nach den Angriffen zeigt, lebendig gehalten. Somit verbindet der diesjährige Kreuzweg die Ereignisse des 4.12.1944 in Heilbronn mit dem Krieg in der Ukraine.
Die Gemeinsam gesungenen Lieder und vor allem die von der ukrainischen Schriftstellerin Vira Maruschtschak vorgetragenen literarischen Texte rufen das Erleben, Leiden und Hoffen der Betroffenen direkt ins Bewusstsein. Konkret behandelt die Prosa Maruschtschaks die Geschichten der Bewohner eines im Krieg zerstörten Hochhauses. In ihren Erzählungen parallelisiert sie die Schicksale derer, die überlebten mit jenen die starben. Die Lesung des Textes zu Wohnung 39 berührte alle Anwesenden und zeigt die Grausamkeit von Angriffen auf zivile Infrastruktur. Die Mitternachtsmission erzählten Fluchtgeschichten von Frauen, deren Leid für die Gesellschaft unsichtbar bleibt und sprachen damit Themen wie Zwangsarbeit und Prostitution offen an.
Unsere zweite Station in der Kilianskirche widmete sich dem Nagelkreuz von Coventry. Dieses ist ein christliches Symbol aus der gleichnamigen Kathedrale. Dem Nagelkreuz liegt die der völkerweiten Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg zugrunde. Die Geschichte des Nagelkreuzgedankens geht auf die „Operation Mondscheinsonate“ der deutschen Luftwaffe zurück, dem schweren Luftangriff auf Coventry vom 14. November 1940, bei dem 550 Menschen starben und bei dem mit großen Teilen der Innenstadt zerstört wurden. Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Sängerin Anastasiia Kolomiites aus Kiew begleitet. Zum Abschluss kehrten wir in das Gemeindehaus Peter ein um uns über das Gehörte auszutauschen und gemeinsam zu essen.